Baugeld bleibt vorerst billig

Die Europäische Zentralbank lässt Bauherrn aufatmen. Weil es die Notenbank bei dem rekordtiefen Leitzins von null Prozent belässt, bleiben die Zinsen für Hypothekendarlehen auch zunächst weiterhin niedrig.

Düsseldorf. Die nächste Zinserhöhung kommt bestimmt. Das wissen auch Deutschlands Häuslebauer. Doch seit dem frühen Donnerstagnachmittag können sie davon ausgehen, dass sie nicht so schnell ansteht. Denn die Europäische Zentralbank entschied, dass sie den Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von null Prozent belässt.

„Damit ist zumindest von geldpolitischer Seite kurzfristig nicht mit Aufwärtsimpulsen zu rechnen“, sagt Michiel Goris, Chef des Hypotheken-Vermittlers Interhyp. Seit Jahresanfang bewegen sich die Konditionen für Immobilienkredite nach seiner Beobachtung seitwärts. Dies zeigt auch der Hypothekenzinsindex der FMH-Finanzberatung.

Danach beträgt der Zins für Baudarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung aktuell wie vor zwei Wochen 1,32 Prozent und für 15 Jahre Zinsbindung liegt er mit 1,78 Prozent um 0,01 Prozent niedriger als am 4. Januar. Selbst gegenüber den Indexwerten vor Weihnachten spielen sich die Veränderung auf der zweiten Stelle nach dem Komma ab.

Finanzierungsexperten raten heute wie schon seit zwei Jahren mit langen Zinsbindungsfristen, also 15 statt zehn Jahre und gerne auch mit 20 Jahre stabilem Zins zu finanzieren und darüber hinaus so schnell wie möglich zu tilgen. Das heißt, möglichst drei Prozent oder eine noch höhere Tilgung in dieser Niedrigzinsphase zu vereinbaren.

Doch die Zeit der extrem niedrigen Zinsen könnte in diesem Jahr zu Ende gehen. Zwar rechnet niemand mit Zinssprüngen von einem Prozentpunkt, aber das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer deutet auf in den nächsten Wochen gleichbleibenden Finanzierungsbedingungen hin. Doch mittel- bis langfristig werden höhere Zinsen prognostiziert. Das Trendbarometer basiert auf der Befragung von Finanzierungsexperten.

Quelle: News | XING